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Die heilige Aldegundis

Unsere Bruderschaftspatronin, die heilige Adelgunde, oder Aldegundis, gehört zu jenen zahlreichen Persönlichkeiten der westfränkischen Frühzeit, die durch ihr BüßerIeben Gott für die Verbrechen ihrer rauhen Umwelt Sühne boten. Die Merowingerzeit gehört zu den düstersten Abschnitten der europäischen Geschichte, aber neben den Gestalten der hemmungslosen Wildheit und Grausamkeit

stehen die erhebenden Vorbilder christlicher Demut und selbstloser Hingabebereitschaft. Adelgunde war mit dem schuldbeladenen Königshause verwandt.

Sie wurde als Tochter des mächtigen und angesehenen Herren Walbert um das Jahr 630 im Hennegau geboren. Ihr Name entstammt der deutschen Sprache und heißt übersetzt "edle Kämpferin, Vorkämpferin". Sie wurde christlich getauft und von den Eltern früh zur Frömmigkeit angehalten. Die Legende hat ihre Kindheit mit lieblichen Zügen ausgeschmückt; Engel sollen das fromme Kind besucht und ihm von den Wundern des Himmels erzählt haben, so daß schon früh der Wunsch von ihr Besitz ergriff, sich ganz dem Dienste Jesu Christi zu widmen.

Adelgunde betrachtete sich als die jungfräuliche Braut des Himmelskönigs und beschloß, sich niemals zu vermählen. Schloß Courtsore, wo sie lebte, wurde der Nachwelt zum Legendenschloß, und eine Version der Überlieferung berichtet, daß unter Adelgundes Einfluß auch ihr Elternpaar zu einem tiefen religiösen Leben angeregt wurde. Sie sollen auch ihrerseits der Welt entsagt und ihr ganzes Vermögen an die Armen und die Kirchen der Umgebung verschenkt haben. Allein diese märchenhaften Berichte stehen mit einer anderen Überlieferung im Widerspruch, die größere Wahrscheinlichkeit für sich hat. Adelgundes Eltern hatten ihre Tochter für eine standesgemäße Heirat bestimmt und bedrängten sie, nachdem sie herangewachsen war, einem der zahlreichen adeligen Bewerber ihr Jawort zu geben.

Die Jungfrau war fest entschlossen, ehelos Gott zu dienen und wies sämtliche Bewerber ab. Schließlich soll Eudo, der Sohn des englischen Königs, in aller Form um sie geworben und die Zusage ihres Vaters erlangt haben. Dieses, in den Lebensbeschreibungen zahlreicher heiliger Jungfrauen auftauchende Motiv, ist gewiß der literarischen Übertragung verdächtig, hat aber darum eine gewisse Wahrscheinlichkeit gerade bei Adelgunde für sich, weil es zu keinem tragischen Konflikt weitergeführt wird.

Weniger der Vater Walbert, als vielmehr die Mutter Adelgundes soll die Annahme der ehrenvollen Bewerbung Eudos gewünscht haben. Der Vater habe Adelgunde gewähren lassen und sei bald darauf gestorben. Die Mutter aber habe den Widerstand der Tochter nicht ernst genommen und habe alle Vorbereitungen für die Hochzeit getroffen. Indessen mußte sich auch die Mutter damit abfinden, daß ihre Tochter standhaft bei ihrer Weigerung blieb.

Der Königssohn ließ sich eine Zeitlang hinhalten; als aber die Mutter starb, sah sich Adelgunde genötigt zu entfliehen, um dem stürmischen Drängen Eudos zu entgehen. Auch die Flucht der heiligen Jungfrau wurde von der freundlichen Legende mit wunderbaren Zügen umgeben: Eudo wollte die Braut nicht leichterdings aufgeben und habe sie zornig verfolgt. Als der Sambrefluß der Fliehenden den Weg verlegte, habe sie ein Engel trockenen Fußes durch das Wasser geleitet, so daß Eudo die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens einsehen mußte. Adelgunde begab sich nach Haumont, wo der hl. Amandus lebte, der vorher Bischof von Maastricht gewesen war. Sie stellte sich unter seinen Schutz und ließ sich von ihm über die Gestaltung ihres weiteren Lebens beraten.

Der Heilige erkannte, daß sie von Gott berufen war und bestärkte sie in ihrem Entschluß, sich dem klösterlichen Leben zu widmen. Adelgunde begab sich darauf zu dem hl. Aubertus, Bischof von Cambrai, und bat ihn um den Schleier. Die Legende erzählt, daß ihr Aubertus den Ordenshabit übergab, während zugleich eine Taube ihr den Schleier um die Schulter geschlungen habe. Der Eintritt in den Orden erfolgte im Jahre 661. Aus dem ererbten Vermögen ließ Adelgunde in der Nähe von Maubeuge in einem Gehölz an der Sambre ein Frauenkloster erbauen, das nach der Stadt Maubeuge genannt wurde. Dahin zog sie sich zurück und hatte nur den Wunsch, als eine unter vielen dem Herrn zu dienen. Der allgemeine Wunsch ihrer Mitschwestern bestimmte sie jedoch zur Vorsteherin; so sehr sie sich auch sträubte, sie mußte aus Gehorsam die Würde und Bürde einer Äbtissin übernehmen.

Mit der ganzen ihr zu Gebote stehenden Energie führte sie die Herrschaft zum Nutzen des Klosters und zum Seelenheil ihrer Mitschwestern. Sie legte den Grund für die spätere Blüte von Maubeuge. Die kurze Zeit klösterlichen Lebens, die Adelgunde gegönnt war, bildet einen steilen Anstieg zur Vollkommenheit. Sie hatte die Gabe des Gebets, das ihr alle Erkenntnisse erschloß, derer der religiöse Mensch teilhaftig werden kann. Sie soll zahlreiche Offenbarungen empfangen haben. In demselben Maße, in dem sich der Ruf ihrer Heiligkeit verbreitete, wurde sie auch der Zielpunkt des Neides und gehässiger Verleumdungen. Sie sah darin eine ihr von Gott zum Heile gesandte Prüfung und bat um noch härtere Leiden, die sie mit der größten Geduld und Standhaftigkeit ertrug.

Sie soll an Krebs erkrankt sein, der ihr große Schmerzen verursachte. Die Legende will, daß ihr später Christus erschienen sei und das Leiden wieder von ihr hinweggenommen habe. Es werden zahlreiche Wunder von ihr berichtet. Ihr Todesjahr steht nicht sicher fest; sie starb am 30. Januar 673 oder 680 und wurde zu Maubeuge bestattet. Als später ihr Kloster in den Besitz von Stiftsfrauen überging, wurde ihr Grab geöffnet und ihr Leichnam feierlich erhoben (1161).

Noch ein zweites Mal wurde Adelgunde im Jahre 1439 erhoben; Kopf und Füße sollen unversehrt gewesen sein. Adelgunde wird, wie auch ihre ältere Schwester Waltraud, heute noch in der ganzen Christenheit als Heilige verehrt. Unsere Bruderschaft begeht in jedem Jahr in einem feierlichen Hochamt am Samstag nach dem 30. Januar ihren Todestag. Unsere Bruderschaftspatronin wird besonders angerufen gegen Besessenheit, Geschwüre, Fieber, Halsentzündung, Krätze, Krebs, offene Wunden, Kopfweh, plötzlichen Tod, Augenleiden und Kinderkrankheiten. Auf den meisten Darstellungen sehen wir sie in fürstlicher Gewandung oder als Nonne. Oft geht ein Engel vor ihr her, der ihr den Weg weist, oder eine Taube fliegt über ihrem Kopf, der ihren Nonnenschleier trägt.